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Was ist Akupunktur? Bzw. Was ist die Traditionelle Chinesische Medizin? Die klassische Akupunktur ist ein Standbein der Traditionellen Chinesischen Medizin, welche vor mehreren tausend Jahren (einige Quellen besagen, die chin. Medizin sei 6000 Jahre alt) in China entstanden ist. Eine kurze Übersicht der Bereiche der Chinesischen Medizin: - Akupunktur- Moxibustion - Chin. Kräuterlehre - Chin. Diätetik (Ernährungslehre) - Schröpfen - Tui Na An Mo (Chin. Massage) - T’ai Chi Ch’uan/Taiji Juan - Ch’i Kung/Qi Gong - Feng Shui (Chin. Lehre von der Raumgestaltung) Die ursprüngliche chinesische Medizin basiert auf
empirischen Erfahrungen. Die Stimulation der Punkte geschieht mit feinen
Akupunkturnadeln, die in Durchmesser und Länge, sowie im Material variieren können. Man muss jedoch dazu sagen, dass Akupunktur allein nicht in der Lage ist, dem Körper neue Energie hinzuzuführen. Dies kann nur geschehen durch Moxibustion und/oder Verabreichung chinesischer Kräuter. Weshalb die Kombination von Akupunktur und Kräutern die ideale Behandlung ist. Moxibustion, oder kurz „Moxa“ ist neben der Akupunktur und den Kräutern ein weiteres Standbein der Chinesischen Medizin. Es werden spezielle Kräuter (chin. Beifusskraut, Artemisia vulgaris) über bestimmten Akupunkturpunkten abgebrannt und führen so dem Körper neue Energie hinzu. Dieses Abbrennen kann auf verschiedenste Arten und Weisen geschehen: Den meisten bekannt sind die Moxazigarren. Beifuss in Zigarrenform gepresst wird angezündet und die glühende Spitze wird nah an den Körper herangeführt, um spez. Punkte zu wärmen. Weiterhin kann man loses Moxakraut in eine sog. Moxabox legen und anzünden. Dieses führt dem Körper grossflächig Wärme zu. Wohl die beste Art zu moxen ist das Abrennen auf der Nadel selbst. Hierzu wird gepresstes Moxakraut auf den Schaft der in der Haut verweilenden Nadel aufgebracht und angezündet. Dadurch wird die Wärme nicht nur von aussen grossflächig sondern auch über die Nadeln nach innen geleitet, wo sie sich wellenartig ausbreitet. Eine sehr angenehme und wirksame Methode! Ausserdem gibt es noch verschiedenste kleine Moxa-Kleber, die mit einem kleinen Abstand-Plättchen auf die Haut aufgebracht und angezündet werden. Zuletzt gibt es dann noch die Reiskorn-Methode. Hierbei wird eine kleine in Reisform gepresste Menge Moxakraut direkt ohne Abstand auf einen speziellen Akupunkturpunkt gelegt und angezündet. Kurz bevor die Haut verbrannt wird, wird das „Reiskorn“ schnell von der Haut geschubst. Eine im wahrsten Sinne des Wortes brenzlige Methode, die aber, wenn sie, ohne Brandnarben zu verursachen, beherrscht wird, sehr wirksam ist. Angewandt wird diese Methode wohl nur noch sehr selten und hauptsächlich von traditionsliebenden Behandlern in China. Akupunktur und Moxa sind eine wichtige Kombinationsmöglichkeit
in der chinesischen Medizin.
Die 5-Elemente-Lehre oder -Theorie Die 5-Elemente-Theorie ist uns Westlern meistens zu Beginn ein grosses Rätsel. Jedoch ist sie auch sehr plakativ. Fast jeder, der sich ein wenig mit der chinesischen Medizin beschäftigt hat, hat schon davon gehört. In jedem Einführungs- oder Handbuch kann man viele Kapitel über die 5-Element-Theorie finden. Jedoch ist, wie der Name schon sagt, die 5-Elemente-Theorie nur eine Theorie. Sie ist keinesfalls die Grundlage der Chinesischen Medizin! Sie ist nur eine Hilfe, um die Grundlagen der Chinesischen Medizin besser verstehen, nachzuvollziehen und erklären zu können. Sie ist dem System sozusagen aufgelagert. Die Chinesische Medizin ist für viele Menschen ein Buch mit sieben Siegeln. Auch wir, die wir teilweise schon viele Jahre damit arbeiten und behaupten, ein bisschen etwas zu wissen, verstehen wahrscheinlich nur einen Bruchteil dieses Riesengebäudes an Erfahrung, an Zusammenhängen zwischen Körper, Seele und Geist, an GANZheitlicher Medizin. Die Theorie beruht auf den 5 Elementen Holz, Feuer,
Erde, Metall und Wasser. Es folgt eine kurze Tabelle, um das eben erwähnte zu
verdeutlichen:
* Dojos sind die sog. Zwischen- oder Übergangsphasen, also immer ca. 1 Woche vor bis 1 Woche nach dem Wechsel von einer Jahreszeit zur anderen. Das Zusammenspiel der Elemente in unserem Körper ist die Grundlage für ein harmonisches Funktionieren der Organe, des Immunsystems, der Psyche,...... Alle Organe in unserem Körper arbeiten zusammen wie eine Familie; sie ernähren und kontrollieren sich gegenseitig. Im folgenden nun eine Grafik zum Veranschaulichen:
Sheng- & Co-Zyklus
Der Sheng-Zyklus veranschaulicht, wie sich die Elemente und Organe gegenseitig ernähren. Das Feuer bildet Asche und nährt somit die Erde. Die Erde bringt Erze und Mineralien hervor und nährt damit das Metallelement. Das Metall dient zum Graben von Brunnen und kann zu Flüssigkeit geschmolzen werden und nährt somit das Wasserelement. Das Wasser nährt die Pflanzen und damit das Holzelement. Das Holz wiederum nährt das Feuer. Auf organischer Ebene gibt ein Organ dem folgenden
Organ Energie. Man nennt dies auch Mutter-Sohn-Beziehung. Hier kann man gezielt
mit der Akupunktur beeinflussen, indem wir die sogenannten Mutterpunkte und
Sohnpunkte auf den Meridianen nadeln und so den Energiefluss von der Mutter zum
Sohn fördern können. Erschöpfungszyklus (der umgekehrte Sheng-Zyklus) Das Kind-Element entzieht dem Eltern-Element Energie, es
erschöpft es Co-Zyklus,
Kontrollzyklus Der Co-Zyklus beschreibt den Kreislauf der kontrollierenden, eindämmenden, evtl. auch verletzenden Energien zwischen den Elementen. Das Feuer schmilzt Metall. Metall sägt Holz. Holz beschattet, befestigt und durchdringt die Erde. Erde dämmt Wasser ein und absorbiert es auch. Wasser löscht Feuer. Ein Beispiel für die kontrollierenden Energien zwischen den Organen ist die Kontrolle der Nierenenergie über das Herz. Sind die Nieren zu schwach, das Herz zu kontrollieren, kann das Herz ungehindert losgalloppieren. Dies äussert sich oftmals in Herzstolpern, Herzrasen, Herzrhythmusstörungen,... In diesem Fall ist es jedoch sinnlos, das Herz in Form von Betablockern oder Anti-Arrhythmica in eine Zwangsjacke zu stecken, sondern wir müssen die Nieren stärken, damit sie ihre Funktion, nämlich die Kontrolle des Herzens, wieder ausführen können. Ein weiteres anschauliches Beispiel: Ein letztes Beispiel: Übermässige Kontrollenergie *
ein Syndrom ist ein gemeinsames Auftreten verschiedener Symptome Reizzyklus, der umgekehrte Co-Zyklus Das Enkelkind missachtet das Großeltern-Element Partnerorgane: Um das Bild zu vervollständigen sei hier noch einmal aufgeführt, dass innerhalb eines Elementes immer zwei, bzw. im Feuerelement 4 Organe zusammenarbeiten. Diese beiden Organe sind Partnerorgane oder auch Bruder und Schwester und unterstützen sich gegenseitig und haben auch gemeinsame Aufgaben. Ein Organ ist immer dem Yin und das andere dem Yang zugeordnet. Yin-Organe = Haupt- und Festorgan Yang-Organe= Hohl- und Transportorgan
Yin und Yang sind die beiden Extreme, Gegensätze, die beiden Pole. Yin & Yang sind ständig bestrebt, einander auszugleichen. Sie erreichen dies jedoch nie vollständig und sind dadurch ständig in Bewegung. Diese Bewegung erzeugt Leben. Ohne Bewegung ist kein Leben möglich. Wenn man so will, könnte man Yin & Yang auch als Motor beschreiben. Polarität, Bewegung, Wandlung, Rhythmen und Kreisläufe, Sinuswellen, ... Das Entsprechungssystem von Yin und Yang besagt, dass alle Naturerscheinungen und Lebensabläufe in polarer Wechselbeziehung zueinander stehen. Die polaren Grundqualitäten von Wirkungen sind keine absoluten Größen, sondern komplementär und einem ständigen Wandel unterworfen. Die Kategorien Yin und Yang repräsentieren sich ergänzende
Prozesse, die helfen, Gesetzmäßigkeiten des Wandels im Kosmos wie im
menschlichen Leben zu verstehen. Das chinesische Schriftzeichen für Yin zeigt
die von Wolken abgedunkelte und von der Sonne weniger beschienene Nordseite
eines Hügels; das Schriftzeichen für Yang zeigt die sonnenbeschienene Südseite.
Hier ist bereits die Dynamik erkennbar, wie sie auch im sogenannten
Yin-Yang-Symbol offensichtlich ist: jeder Prozess trägt bereits den Keim des
anderen, ihn ablösend, in sich.
Yang ist das Aktive, das Induzierende, Bewegende, Dynamisierende, sich Entfaltende; das, was Bestehendes verwandelt. Yin , das Struktive, d.h. Konkretisierende, Materialisierende, Somatisierende, wird im chinesischen Denken verstanden als Vollendendes, Ruhendes, Festes.
Chinesische Medizin: kein Herumdoktern an Symptomen, sondern eine Zusammenarbeit zwischen Patient und Behandler. Wie oben schon kurz erwähnt ist die Chinesische
Medizin eine ganzheitliche Medizin. Wir betrachten nicht nur den Körper und
dessen Funktionen und Funktionsausfälle, Syndrome und Symptome. Sondern wir
betrachten den Körper, die Seele und den Geist. Die Zusammenhänge. Wieso
entstehen diese Symptome, wo kommen Sie her? Was kann ich als Betroffener tun,
um dauerhaft „heil zu werden“. Körper, Seele und Geist sind untrennbar! Das
eine bedingt das andere. Seelische Verletzungen können zu Organfehlern führen.
Organfehler zu seelischen Problemen. In der Praxis kommt es immer wieder vor, dass wir Patienten
haben, die zwar zur Behandlung kommen, aber innerlich noch nicht bereit sind,
den Schritt zum Gesundsein zu gehen. Das heisst, der Patient verlangt „Helfen
Sie mir“ oder „Machen Sie mich gesund“, ist aber tief im Inneren nicht
dazu bereit, selbst mitzuwirken und alte Verhaltensmuster und seelische
Verletzungen loszulassen, um neue Wege zu beschreiten.
Tut Akupunktur weh? Generell kann man nicht behaupten, Akupunktur
täte weh. Immer wieder gibt es Behandler, die keine ausreichenden Nadelstimulationstechniken gelernt haben. Dies erkennt man daran, dass die Nadeln einfach gesetzt werden, ohne ein sogenanntes De-Qi hervorzurufen. Das De-Qi ist das Locken und das Sammeln des Qi’s am Punkt, welches durch die Nadelstimulation (heben, senken, drehen, vibrieren, ...) geschieht. Es entstehen ganz unterschiedliche Gefühle wie Druck, ein Voll-werden, Kribbeln, Wärme, Kälte, ein Gefühl wie ein leichter Stromschlag oder auch ein Muskel-Anspannen u.a.m.. Diese Sensationen werden vom Patienten teilweise als unangenehm empfunden, sind jedoch ein wichtiger Bestandteil der Nadel-Therapie, denn ohne Qi am Punkt, kann der Punkt nicht arbeiten. Der geübte Behandler ist jedoch auch in der Lage, das De-Qi an der Nadel zu spüren, ohne dass der Patient es vielleicht bemerkt hat. In einigen Fällen greift auch das alte Sprichwort:
„Schmerz muss mit Schmerz vertrieben werden.“ Sogenannte Ah-shi-Punkte (Ah-shi oder Ashi (chin.)= deutsch „Aua“) beweisen sich auch immer wieder als besonders effektvolle Punkte in der Schmerztherapie mit Akupunktur. Eine alte chinesische Regel besagt: Schmerz entsteht
nur dort, wo das Qi nicht fliessen kann. Akupunktur ist oftmals eine Detektivarbeit, denn es gibt keine zwei Patienten, die auf die selbe Art und Weise behandelt werden können. Selbst wenn beide offensichtlich die gleichen Symptome oder Krankheiten haben, so findet man bei genauerem Hinsehen IMMER feine Unterschiede in der Ausprägung, Ursache und im Entstehen der Krankheit. Dies wiederum erfordert also auch eine gezielte und individuelle Behandlung. Deshalb erfordert die Behandlung auch grösstenteils eine ausführliche Anamnese, die sich meist auf das gesamte Leben des Patienten bezieht. Krankheiten entstehen nicht einfach von heute auf morgen. Es ist eine Sache der Unmöglichkeit, dass jemand heute schwer erkrankt, wenn er gestern noch scheinbar völlig gesund war. Krankheiten sind immer eine Ansammlung vieler Umstände und Belastungen. Unser Körper ist ein Wunderwerk! Er wird niemals durch einzelne Belastungen aus dem Gleichgewicht geworfen! Wenn wir erkranken, dann geschieht dies als Konsequenz vieler, langwieriger oder sich ständig wiederholender Belastungen, deren Vorboten und Anzeichen und Auswirkungen vom Menschen übersehen oder einfach übergangen werden. Es gibt ein altes Sprichwort: „Wer nicht hören will, muss fühlen.“ Mit freundlichen Grüssen, Nina
Schäfer :o)
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